Perfektion der Gefühle

JET LAG ALL STARS RADIO SHOW, ein Potpourri nocturne: Unterhaltungen, Reportagen, Essays – und natürlich Musik

Upcoming show : 28. Oktober 2011, 23.03 bis 2.00 Uhr

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Ö1, ORF Radio | Freitag, 10. Juni 2011, 23:03

Mit den Jet Lag All Stars durch die Nacht: Musik, Gespräche, Reportagen und Essays in den Parklücken der Aufmerksamkeit: Ein Potpourri nocturne inklusive eines akustischen Spaziergangs zu Orten des Verbrechens, Überlegungen zum perfekten Schlafanzug für Raumfahrerinnen, Sonnenaufgang und -untergang und eines exklusiven Geisterbahntests u. v. m. Zusammengestellt von Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner und Klaus Wienerroither.

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Fritzpunkt

Büro für theatralische Sofortmaßnahmen

Ein Konzept des Stadt Theater Wien

1. – 10. Dezember 2010 : Das bis dato noch nicht verlegte Romanfragment Naturgemäß III der Autorin Marianne Fritz ist Ausgangsmaterial für Aktionen verschiedenster Genres, die von temporären Fritz-Interpretinnen und -Interpreten vom 1. bis 10. Dezember sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum Wiens realisiert werden. Ich lade zu einer Ausfahrt im Textglände am Donnerstag, 9. Dezember, 22.30 Uhr  …

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IN WIRKLICHKEIT DREHEN SIE SICH IM WINDE : Ausfahrt im Textgelände mit Alexander Ach Schuh : Treffpunkt 1120, Gaudenzdorfer Gürtel 77, Parkplatz Burger King : Ausgabe eines Tonträgers, CD od Musikkassette. Wer kein eigenes Fahrzeug lenkt, fährt dort mit, wo Platz ist : am 9. Dezember 2010, 22.30 Uhr : TEILSTÜCK von TEXTGELÄNDE WIEN! 1. bis 10. Dezember 2010

Alle Orte, Zeitpunkte und Anmeldemodalitäten unter http://www.textgelaendewien.at

Am 11. und 12. Dezember lädt der Fritzpunkt zu seiner Interpretation von Naturgemäß III: Das Theaterkollektiv verwebt ausgesuchte Texte aus dem Romanfragment mit den gesammelten Tonspuren aller Aktionen zu einer naturgemäßen Vielstimmigkeit und macht damit viele Zeiten in einer Zeit an einem sehr speziellen Ort erlebbar: Eine Fritz’sche Bremsbeschleunigung zwischen 150 Feigenbäumen, mit 3 Laufenten, mehreren Fritzpunkten und in vielen Zeiten wildernder Partizipationselektronik. Feigenhof, Am Himmelreich 325, 1110 Wien (U3 bis Endstation Simmering und Bus 73A bis Hörtengasse) Limitierte Platzanzahl. Reservierung und Information unter +43 (0)699 11685616, buero@fritzpunkt.at, http://www.fritzpunkt.at

Textgelände Wien! sind: Marie-Therese Amtmann, Raphaela Anouk, Elmar Bertsch, Daniela Beuren, Andreas Blumauer, Eva Brantner, Karl Bruckschwaiger, Nadja Bucher, Fred Büchel, Ina Connerth, Natalie Deewan, Mehmet Emir, Melanie Ender, Gerhard Feierl, Hedy Feierl, Richard Ferkl, Denise Fragner, Barbara Freitag, Bert Gstettner, Max Gstettner, Elisabeth Guggenberger, Martin Haas, Nikolaus Habjan, Christoph Hackenberg, Susanne Hahnl, Bernadette Haller, Oliver Hangl, Tamara Hauser, Koschka Hetzer, Maria Hirsch, Marietta Huber, Andreas Jakober, Jan Jedenak, Claudia Karolyi, Christian Katt, Christoph Kepplinger, Wolfgang Kindermann, Markus Köhle, Gabriela Koschatzky, Elke Krasny, Eva Linder, Alexander Mairhofer, Yoly Maurer, Ingeborg Melter, Anne Mertin, Wanda Moser-Heindl, Wolfgang Musil, Melitta Nicponsky, Tatjana Nikitsch, Renate Novak, Steffi Parlow, Rosemarie Pilz, Markus Redl, Eva Rath, Martina Ritschl, Daniel Roman, Johann Ruber, Devi Saha, Michelle Sajch, Andrea Schmon, Alexander Schuh, Karin Seidner, Sie, Martina Sinowatz, Robert Sommer, Ella Sommer, Gabriele Stöger, Strawinsky, Irene Suchy, Bernhard Studlar, Bianca Trappl, Helmut Voitl, Volkmar Voitl, Rainer Waigmann, Caroline Weber, Magda Weber, Hans Weiss, Reinhard Wieser, Rena Aurelia Wieser, Erwin Wögenstein, Michaela Wolf, Katherina Zakravsky, Reinhard Zürcher und viele andere

Fritzpunkt
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
Ein Konzept des Stadt Theater Wien

Braucht es einen guten Grund, um zu Tanzen? Oder ist Tanzen selbst Grund genug für eine Gesellschaft?

Auf der Suche nach dem, was das alles zusammenhält, versuche ich zuerst eine Wendung hin zu dem, was Sache ist, und frage: Was darf ich bitten?

Das Glück des einen mag vielleicht nur durch das Glück des anderen gelingen. Was darf ich also bitten, was kann ich vortanzen, was muss ich voraussetzen?

Die Wendung hin zu dem, was Sache ist, vollzieht den Body Turn. Und wenn das Soziale immer schon körperlich vermittelt ist, und das, was Pierre Bourdieu Habitus nannte (die Struktur unseres Fühlens, Denkens, Klassifizierens) immer auch ein Urteilen ist, wenden wir die Sache weiter und sagen: Tanzen ist nicht urteilen.

Aber andererseites gehen wir vollständig darin auf, die Tanzenden zu beobachten. Wir lieben es jenen zu zuschauen, die ihre Sache gut machen, ob sie nun Tanzen können oder nicht. Können wir für dieses befangen sein im Urteil, das schaut, mit diesem Zustand des vor das Urteil der anderen geratens der Tanzenden eine Sprache finden, die beschreibar macht, was passiert?

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Das sogenannte Lachen im Nachhinein
Was wollte Gunnar Prokop, als er auf die Spiel/Tanzfläche stürzte, um den Konter der gegnerischen Mann/Frauschaft zu verhindern? Er wollte bleiben, was er fühlte und worin er sich verstand: Vater des Sieges, Inbegriff des Erfolgs, Supersperma. Wer kann einem solchen versagen, andere Spermien in ihrem Drängen abzufangen? Die Angst, den kürzeren zu ziehen, muss frau/mann erst artikulieren lernen. Da wundert es nicht, dass es mancherorts zu Kurzschlüssen kommt. Kurzschlüsse, an denen Werden und Sein unserer Emotionen als kulturelle Währung ablesbar sind. Gunnar Prokop bezahlt mit mehrjährigen ‘Berufssperren’ und 45000 Euro Bußgeld.*
Tanzen ist erzeugen von Zeit, das weit mehr ist als Aufschub des Sexualaktes, es ist die Erzeugung und Erhaltung der Form, der Vorstellung und Darstellbakeit des Sexualaktes selbst und zwar dergestalt, das der Tanz das ‘Alles-Auf-Einmal’ in ein ‘Immer-Mehr-(als-Alles)-im-Jetzt und Hier und Jetzt und Hier’ überträgt. Dieses Buchstabieren unseres Gattungsschicksals im Tanzen ist damit Bedingung der Möglichkeit des Spirituellen in unserer Welt.
In unserer samstäglichen Perfektion der Gefühle  wollen wir neben dem Kurzschluss auch ein Re-Enactment des Schultschlusses versuchen: Ein viel artikulierter Move auf der Tanzfläche der Stilisierungsarbeit, den zur Zeit ja ‘die StudentInnen’ mit den ‘KindergartenpädagogInnen’ versuchen und dem ich mich mit meiner kleinen Pädagogik des Tanzens anschliessen möchte ….
*Ich empfehle die Lekture der Erklärung Gunnar Prokops, wie sie derstandard.at veröffentlicht hat: “lch glaube, dass auch aus fachlich-psychologischer Sicht es als ausgeschlossen gelten kann, dass mein Verhalten bewusst oder gar überlegt war, sondern vielmehr eine Kurzschlußhandlung. Das sogenannte Lachen im Nachhinein war offensichtlich das verlegene Lächeln des sich seiner Schuld bewussten Missetäters, der selbst keine Begründung seines Fehlverhaltens geben kann.”
http://images.derStandard.at/2009/11/03/Pressemitteilung.pdf

Das sogenannte Lachen im Nachhinein
Propädeutik in eine kleine Pädagogik des Tanzens

Mit dem ‘Mambo Diabolo’ möchte ich eine Referenz auf ein Sinnbild unser Kultur, und die Wurzeln Europas auf die Tanzfläche bringen: den Gunnar Prokop Mambo …

Was wollte Gunnar Prokop, als er auf die Spiel/Tanzfläche stürzte, um den Konter der gegnerischen Mann/Frauschaft zu verhindern? Er wollte bleiben, was er fühlte und worin er sich verstand: Vater des Sieges, Inbegriff des Erfolgs, Supersperma. Wer kann einem solchen versagen, andere Spermien in ihrem Drängen abzufangen? Die Angst, den kürzeren zu ziehen, muss frau/mann erst artikulieren lernen. Da wundert es nicht, dass es mancherorts zu Kurzschlüssen kommt. Kurzschlüsse, an denen Werden und Sein unserer Emotionen als kulturelle Währung ablesbar sind. Gunnar Prokop bezahlt mit mehrjährigen ‘Berufssperren’ und 45000 Euro Bußgeld.*

Tanzen ist erzeugen von Zeit, das weit mehr ist als Aufschub des Sexualaktes, es ist die Erzeugung und Erhaltung der Form, der Vorstellung und Darstellbakeit des Sexualaktes selbst und zwar dergestalt, das der Tanz das ‘Alles-Auf-Einmal’ in ein ‘Immer-Mehr-(als-Alles)-im-Jetzt und Hier und Jetzt und Hier’ überträgt. Dieses Buchstabieren unseres Gattungsschicksals im Tanzen ist damit Bedingung der Möglichkeit des Spirituellen in unserer Welt.

In unserer samstäglichen Perfektion der Gefühle wollen wir neben dem Kurzschluss auch ein Re-Enactment des Schulterschlusses versuchen: Ein viel artikulierter Move auf der Tanzfläche der Stilisierungsarbeit, den zur Zeit ja ‘die StudentInnen’ mit ‘den KindergartenpädagogInnen’ und ‘den MetallarbeiterInnen’ versuchen und dem ich mich mit meiner kleinen Pädagogik des Tanzens anschliessen möchte ….

*Ich empfehle die Lekture der Erklärung Gunnar Prokops, wie sie derstandard.at veröffentlicht hat: “lch glaube, dass auch aus fachlich-psychologischer Sicht es als ausgeschlossen gelten kann, dass mein Verhalten bewusst oder gar überlegt war, sondern vielmehr eine Kurzschlußhandlung. Das sogenannte Lachen im Nachhinein war offensichtlich das verlegene Lächeln des sich seiner Schuld bewussten Missetäters, der selbst keine Begründung seines Fehlverhaltens geben kann.”

http://images.derStandard.at/2009/11/03/Pressemitteilung.pdf